| Das Erbitten einer Ente vom lieben Gott schien
mir leicht zu sein. Aber ich wußte, daß das mit dem "brav sein"
und "Arbeit gut und richtig machen" nicht so einfach war. Damit würde
ich beim lieben Gott nichts erreichen, er wußte es sicher besser.
Also ließ ich das Beten und schrieb: "Liebes Christkind - ich fand
kein Spielzeug für 10 Franken das ich mir wünschen würde,
aber einen Wunsch hätte ich schon. Könntest Du mir eine Ente,
eine weiße, zur Weihnacht bringen. Ich weiß nicht, wieviel
eine Ente kostet und wenn es zuviel ist, dann bringe mir irgend etwas anderes, |
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das nicht mehr als 10 Franken kostet, ich weiß
nicht was. Danke und liebe Grüße. Hansli." Der zusammengefaltete
Wunschzettel kam in den kleinen Briefkasten in der großen Eingangshalle.
Und dann kam das lange Warten. Bis am 24. Dezember, Heiligabend.
Der Speisesaal eine Woche zuvor einen großen
Tannenbaum erhalten, so groß, er reichte bis unter die Decke. Aber
jetzt, am Heiligabend brannten alle Kerzen, vielleicht über hundert
Kerzen, alle weiß. Silberne Kugeln glänzten und silberner Lametta
schimmerte. Da war - wie jedes Jahr - der Stall zu Betlehem, |
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| mit dem Ochsen und dem Esel, mit der Krippe und
der Maria und dem Josef und dem kleinen Jesuskind auf Marias Schoß.
Ein bißchen Heu, ein bißchen Stroh und ein rotes Licht gab
es im Stall, und auch Moos auf dem Dach. Jedes Jahr der gleiche Stall und
jedes Jahr eine neue Freude, alle drängten sich vor der Krippe, ich
auch. Und manche blickten verstohlen in das Halbdunkel des Speisesaals.
Auf den Tischen waren nämlich all die Pakete und Päckchen verteilt,
kaum zu sehen, weil weit weg vom Christbaum und dem Licht der Kerzen, geheimnisvoll. |
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